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24. Februar 2026

Wird der SCL zum Viertelfinalschreck?

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Der SC Langenthal schlägt auch im zweiten Spiel zu: Zu Hause gewinnen die Oberaargauer gleich mit 5:1. Obwohl Franches-Montagnes zwischenzeitlich 1:0 führt, ist es grösstenteils der SC Langenthal der überzeugt und die Partie diktiert. Mit einem 2:0-Serienvorsprung scheint es plötzlich realistisch, dass sich die letztjährige Geschichte wiederholt. 

Wer schon länger im Schoren die Heimspiele des SC Langenthal besucht, der hat vor einem zweiten Drittel oft – gelinde gesagt – gemischte Gefühle. Woran das liegt, dass das Mitteldrittel leistungstechnisch gerne mal abflacht, ist ein Rätsel, welches bis heute nie so ganz aufgeklärt werden konnte. Und vielleicht ist hinter dieser Geschichte auch mehr Schall als Rauch, aber nicht wenige würden bestätigen, dass in dieser Phase der SC Langenthal nur selten Begeisterung auslöst. Genau andersrum war es nun aber im zweiten Spiel gegen Franches-Montagnes. Mit gleich drei Toren (!) drehte der SC Langenthal gegen den Favoriten das Spiel und machte aus einem 0:1-Rückstand eine fast schon komfortable 3:1-Führung. Nach 25 Minuten startete der erfolgreiche Sturmlauf der Langenthaler ausgerechnet in Unterzahl. Yann Stöckli leitete einen Angriff ein, der via Karym Krayem zu Hassan Krayem kam, der alleine vor Hugo Cervino eiskalt vollstreckte. Anderthalb Minuten später doppelte dann Janick Liechti nach. Mit einem satten Direktschuss erwischte er den gegnerischen Keeper nach einem Zuspiel in die Mitte von Janis Schmid, nachdem es erneut ein Konter war, der ins Glück führte. In der 38. Minute bewies dann ausserdem Michael Büttikofer, dass es auch noch anders geht: Der Stürmer, der schon im ersten Spiel eine starke Leistung neben den Krayem-Brüdern zeigte, krönte seinen Auftritt in diesem Zweiten Spiel mit einem Weitschuss-Tor. Geholfen hat ihm dabei Karym Krayem, der dem gegnerischen Keeper die Sicht nahm.

Verletzungsabsenzen zum Trotz
Und plötzlich lag Langenthal nicht einfach nur in Führung, sondern tat dies auch verdient. «Es war eine Teamleistung. Ich weiss nicht, was es mit uns und den Playoffs auf sich hat. Aber irgendwie geht da ein Ruck durch das Team», erklärte Michael Büttikofer. Die Oberaargauer hatten die Partie denn auch grösstenteils im Griff, liessen nur wenig gefährliche Momente vor Colin Stauffacher zu und kauften dem grossen Favoriten dadurch einmal mehr den Schneid ab. 
Dabei hätte es auch anders kommen können: Mit Gian Luca Balzer, Mathys Mojonnier und Florian Perrenoud verletzten sich im oder seit dem letzten Spiel nämlich drei wichtige Teamstützen, was den Kader eigentlich weiter ausdünnte. Davon war dann aber nicht viel zu sehen. Das 1:0, welches Lee Roberts nach etwas mehr als neun Minuten schoss, unterstrich weniger die allgemeine Stärke von Franches-Montagnes, als eher eine wirklich hohe Effizienz in dieser Partie.
Langenthal erhöhte dann im Schlussdrittel das Skore auf 5:1. Zwei Mal traf Karym Krayem, beim zweiten Mal ging sein Schuss aufs mittlerweile verlassene Tor. Neben dem zweiten Sieg in dieser Serie ernteten die Oberaargauer aber sogar noch weiteren Lohn: Aus Frust über den quasi lauen Auftritt zettelte die Bank von Franches-Montagnes nämlich während dem Unterbruch eine Schlägerei an, die einen wüsten Höhepunkt nahm: Eliott Meyrat schlug mit dem Stock über die Menge hinweg auf einen Langenthaler ein, wurde dafür aber nicht einmal bestraft. «Darüber können wir nur lachen», kommentierte Michael Büttikofer, eine solche Aktion motiviere nur noch mehr für die Partie vom Donnerstag. Dort könnte der SCL mit einem weiteren Sieg zum zweiten Mal als Favoriten-Schreck auftreten. Bereits im letzten Jahr bezwang der SCL nämlich Martigny, heuer ist die Tür für einen zweiten Überraschungssieg erneut weit aufgestossen.

Seitenblick – Thun legt auf 2:0 vor
Neben dem SC Langenthal führt auch der EHC Thun mit 2:0. Im Heimspiel war die Partie für die Oberländer aber mühsamer, als sie zwei Rückstände ausgleichen und erst in der Verlängerung gewinnen konnten. Auswärts entstand ein solides 3:1, bei dem Thun schon im ersten Drittel zum 1:0 und später im Mitteldrittel zum 2:1 vorlegen konnte.

Text und Bild: Leroy Ryser

Telegramm:
SC Langenthal – HC Franches-Montagnes 5:1 (0:1, 3:0, 2:0)
Schoren, Langenthal. – 1268 Zuschauer. – SR: Spieler/Feuz, Nyffenegger/Wüthrich. – Tore: 10. Roberts (Voirol, Loeffel) 0:1. 25. H. Krayem (K. Krayem, Moser/Ausschluss Meinen!) 1:1. 27. Liechti (Schmid, Holstein) 2:1. 38. Büttikofer (H. Krayem) 3:1. 52. K. Krayem (Moser, H. Krayem) 4:1. 60. (59:29) K. Krayem (Burri/Aufs leere Tor) 5:1. – Strafen: 3mal 2 Minuten plus 1x5 Minuten plus Restausschluss (Stöckli) gegen Langenthal. 2mal 2 Minuten plus 1x5 Minuten plus Restausschluss (Boukamel) gegen Franches Montagnes.
Langenthal: Stauffacher; Thomas, Burri; Krähenbühl, Holstein; Moser, Stöckli; Tassinari, Lanz; H. Krayem, K. Krayem, Büttikofer; Wehrli, Kläy, Diezi; Schmid, Meinen, Liechti; Naber, Schaub, Ranov.
Franches-Montagnes: Cervino; Devesevre, Voirol; Meyrat, Girardin; M. Wälti, Helfer; Boukamel, Beuret; Sejejs, Schnegg, Bouchareb; Masini, Loeffel, Roberts; Brahier, Maillard, Ren; Froidevaux, Nappiot, Beglieri.
Bemerkungen: Langenthal ohne Käser, Schmied (beide Junioren/überzählig), Balzer, Perrenoud, Mojonnier, Wyniger, Jobin, Bandiera und Girardin (alle verletzt). 59:29-60:00 Franches-Montagnes ohne Torhüter Cervino zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.

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