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10. Januar 2026

Vor dem Tor weiterhin ungenügend

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Der SC Langenthal verliert in Franches-Montagnes mit 0:3. Bitter ist einmal mehr, dass die Langenthaler phasenweise besser waren und längst hätten führen müssen. Die ungenügende Chancenverwertung wird aber einmal mehr zum Problem.
Wer am Samstagnachmittag in den Jura fuhr, der ging der Schneezeit entgegen. Auf den letzten Kilometern vor Saignelégier war der Schnee längst überall und einer hatte offenbar noch vor dem Spiel seine Freude daran: Karym Krayem nahm nämlich – anstelle seiner üblichen Kältedusche vor der Partie – ein Schneebad. Und dies, natürlich, einzig und alleine mit Unterhosen bekleidet. Sogar auf Schuhe verzichtete der SCL-Stürmer.
Wach waren er und seine Kollegen auf jeden Fall. Entweder deshalb, oder aber auch sonst. Langenthal war im Jura nämlich wesentlich besser angekommen als die mit kürzerem Weg ausgestattete Heimmannschaft. Schon im ersten Einsatz demonstrierte Yann Stöckli dies: Mit einem körnigen Checks schickte er nach nur wenigen Sekunden den ersten Gegner auf den Bauch.

Extremer Chancenverschleiss
Und Langenthal war auch offensiv besser. Der SCL kreierte Chancen, machte Druck und konnte das hohe Tempo des Gegners nicht nur mitgehen, sondern auch mitbestimmen. Das zeigten auch die Chancen. Nach 7 Minuten hätte Stefan Diezi sogar ein Ablenker-Tor geschossen, dass der Puck über die Linie ging, sahen die Schiedsrichter aber nicht. In der 23. Minute entging dann Janick Liechti dem Gegner und setzte mit einem Turnover ein nächstes Zeichen. Gleiches tat dann auch Patrick Bandiera (29.) und kurz zuvor Hassan Krayem und Fabio Kläy bei einer zwei-gegen-eins-Situation (28.) in Unterzahl. Dass alle scheiterten unterstrich dann einmal mehr die aktuelle SCL-Situation: Langenthal spielte gut, wusste sogar zu überzeugen, zeigte sich auf den letzten Metern vor dem gegnerischen Schlussmann aber nicht fähig, die nicht erstmals längst überfällig Tore zu erzielen.
Und so hätte der SCL zur Spielhälfte gut 3:0 führen können, ja vielleicht sogar müssen. «Vielleicht etwas mehr Verkehr vors Tor bringen, etwas mehr schiessen», bemängelte Michael Thomas, oder aber auch in Powerplay die Möglichkeit nutzen, erklärte er weiter. Auf der Gegenseite kam Franches-Montagnes derweil ebenfalls zu Chancen, im SCL-Tor strahlte Louis Kurt aber viel Sicherheit aus und parierte, was bis zu ihm durchdrang. Als dann aber Franches-Montagnes durch Arnaud Schnegg erstmals eine vergleichbare Chance aufwies, zeigte sich dann eben der Unterschied der beiden Teams in der offensiven Qualität. Der beste Skorer der Liga fackelte im eins-gegen-eins nicht lange und erzielte, als er alleine vor dem gegnerischen Keeper früh schoss, prompt das 1:0. Und als dann Florin Meinen bei einem Weitschuss (37.) seinem Keeper unglücklich die Sicht nahm, doppelte Franches-Montagnes sogar noch nach. Und anstatt 3:0, oder immerhin 3:2 für Langenthal, stand es dann trotz einem eigentlich guten Auftritt nach 40 Minuten eben 2:0 für die Gastgeber.

Erneut die gleiche Leier
Das kostete Nerven. Zu Hause vor dem Fernseher war es immerhin möglich, den Sender zu wechseln, im mittlerweile zugeschneiten, kalten Jura musste man nicht nur weitere 20 torlose SCL-Minuten ertragen, sondern später auch noch das Auto vom Schnee befreien. Und: Auf dem Eis zeigte sich einmal mehr das gleiche Bild. Langenthal war gut, verbrachte mehr Zeit in der Offensive und hatte sogar mehr Chancen, nicht zuletzt wegen Überzahlsituationen. «Wir haben gesehen, dass wir gegen ein Top-Team mithalten können, gefehlt hat nur das Tor», resümierte deshalb auch der SCL-Verteidiger. Als dann Franches-Montagnes in der 58. Minute aber erstmals in diesem Abschnitt gefährlich vors Tor kam, folgte auch noch das 3:0, erzielt von Karim Bouchareb.

Seitenblick – Seewen ebenfalls makellos
Der EHC Seewen gewinnt ebenfalls ohne ein Gegentor zu kassieren. In Lyss gelingt das erste Tor ebenfalls im zweiten Abschnitt, der Unterschied zum Duell im Jura zeigt sich dann im Schlussdrittel. Dort gelingen dem Favoriten zwei Treffer, sodass es letztlich 4:0 steht.

Text und Bild: Leroy Ryser

Telegramm:
HC Franches-Montagnes – SC Langenthal 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)
Centre des loisirs, Saignelégier. – 326 Zuschauer. – SR: Feuz, Mellet/Wüthrich. – Tore: 30. Schnegg (Helfer, Tomat) 1:0. 37. Maillard (Masini) 2:0. 58. Bouchareb (Schnegg) 3:0. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Franches-Montagnes. 2mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Franches-Montagnes: Hauser; Devesevre, Voirol; Meyrat, L. Girardin; Tomat, Helfer; Beuret; T. Girardin, Schnegg, Roberts; Froidevaux, Loeffel, Bouchareb; Sejejs, Maillard, Masini; Brahier, Nappiot, Beglieri.
Langenthal: Kurt; Wyniger, Moser; Thomas, Stöckli; Krähenbühl, Holstein; Liechti, Mojonnier, Schmid; Bandiera, Kläy, Jobin; H. Krayem, K. Krayem, Diezi; Balzer, Meinen, Naber.
Bemerkungen: Langenthal ohne Tassinari, Käser, Schmied (überzählig/Junioren), Bütikofer, Ranov, Perrenoud und G. Girardin (alle verletzt). 34. Liechti fällt verletzt aus.
 

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