- Matchbericht
Thun crasht Jubiläumsparty
Die Party kommt nicht ins Rollen: Langenthal feiert vor dem Spiel gegen Thun den 80. Geburtstag, sorgt danach aber für zu wenig Begeisterung. Gegen starke Oberländer verlieren die Oberraargauer 2:5, obwohl die über 2000 Zuschauer eine lange Zeit hart umkämpfte Partie sehen.
Der Matchbericht wird präsentiert von Mammut Lift, SCL-Hauptsponsor
Beim SC Langenthal war für diesen 13. Spieltag alles angerichtet: Mit über 2000 (!) Fans im Stadion wurde das 80-Jahr-Jubiläum des Clubs gefeiert, ein Rahmenprogramm führte dazu, dass schon über eine Stunde vor dem Spiel zahlreiche Zuschauer den Weg in den Schoren gefunden hatten. Das Spiel selbst vermochte dann etwas weniger von den Sitzen zu reissen. Mit dem EHC Thun hatte der SCL nicht nur einen starken Gegner auf der Agenda, sondern auch einer, der aufgrund seines in erster Linie physischen Spiels den Oberaargauern nicht so richtig liegt. Die Konsequenz aus dem harten Spiel der Oberländer war es nämlich, dass sich doch ein paar Fehler mehr als in den letzten Spielen einschlichen. Zu oft waren die Oberaargauer nicht ganz so klar in ihren Aktionen, konnten die Scheibe nicht immer so strikt kontrollieren wie es geplant gewesen war oder aber die Pässe kamen dann doch nicht so ganz genau auf der Kelle des Empfängers an.
Und trotzdem: Langenthal war in dieser Partie bis ins letzte Drittel nahe am Gegner dran – ja die Oberaargauer führten im ersten Abschnitt sogar. Michael Bütikofer war es, der nach einem von Karym Krayem mit dessen Schuss verursachten Abpraller profitierte und nach 8 Minuten das Skore eröffnete.
Thun setzt sich ab
Tatsächlich hatten die Oberaargauer in der Folge immer wieder Möglichkeiten, weitere Tore zu erzielen. Beispielsweise kreierte die Linie von Fabio Kläy im Mitteldrittel gleich zwei Überzahl-Vorstösse, die Produktion aber haperte. Und Thun hingegen nutzte Chancen aus, die sich baten. Dominik Gyger (11.) glich aus, Sander Jansen (30.) erhöhte auf 2:1 und lenkte dadurch die Partie erstmals in Richtung Sieg des EHCT. Dieser Trend setzte sich dann im Schlussdrittel fort, in welchem Thun dann tatsächlich auch die bessere Mannschaft war und der SCL vor allem im ersten Teil erstmals weniger Chancen produzierte. Luc Schweingruber sorgte in Überzahl mit einem Weitschuss für das 3:1, Nicola Christen stellte dann auch noch auf 4:1.
Die Reaktion der Langenthaler kam – aber sie war zu wenig heftig. In doppelter Überzahl und ohne Torhüter traf nach langem Üben und Versuchen erneut Michael Bütikofer durch einen Ablenker im Slot und verkürzte drei Minuten vor Schluss auf 2:4. Solche Situationen habe man aber zu wenig kreiert, zu viele Schüsse hätten den Weg nicht aufs Tor gefunden, monierte später der Torschütze. «Das tut weh, gerade vor dieser Kulisse. Die Fans stehen immer hinter uns – und deshalb werden wir weiterkämpfen.» Das Schlussresultat war indes 2:5, weil Thun noch einen Puck im leeren Tor unterbringen konnte. In Anbetracht der lange hart umkämpften Partie vielleicht etwas gar deutlich, aber es zeigt, dass Thun in der Chancenverwertung heute besser arbeitete als der Jubilar.
Text und Bild: Leroy Ryser
Telegramm:
SC Langenthal – EHC Thun 2:5 (1:1, 0:1, 1:3)
Schoren, Langenthal. – 2083 Zuschauer. – SR: Staiger, Stiassny/Lustenberger. – Tore: 8-. Bütikofer (K. Krayem, Flütsch) 1:0. 11. Gyger (Jaggi, Jansen) 1:1. 30. Jansen (Gyger, Beusch) 1:2. 50. Schweingruber (Gyger/Ausschluss Burri) 1:3. 55. Christen 1:4. 57. Bütikofer (Landskroner/Ausschlüsse Schweingruber, Minder) 2:4. 60. (59:05) Jansen (aufs leere Tor) 2:5. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Langenthal. 6mal 2 Minuten gegen Thun.
Langenthal: Kurt; Grossenbacher, Landskroner; Holstein, Burri; Flütsch, Moser; Sommer, Krähenbühl; Wehrli, Rexha, Balzer; Bütikofer, K. Krayem, Jobin; Schaub, Kläy, Liechti; Lanz, Meinen, Kiefer.
Thun: Küenzi; Schweingruber, Beusch; Wyss, Minder; Inniger, Maurer; Lovecchio, Jaggi; Gyger, Rossel, Jansen; Christen, Gugelmann, Perren; Bärtschi, Fiebiger, Gauch; Häsler, Küffer, Schärz.
Bemerkungen: Langenthal ohne Thomas, Naber, Bleiker, H. Krayem (alle verletzt), Käser, Mösch, Tassinari, Arnold und Eggenweiler (alle Junioren). 55. Time-Out Langenthal. 55:01-56:54 und 57:01-59:05 Langenthal ohne Kurt, zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.
