- Matchbericht
Seewen gewinnt das Defensiv-Schach
Dem SC Langenthal fehlt im ersten Spiel in Seewen die Idee, den gegnerischen Abwehr-Block zu durchbrechen. Weil der Favorit zudem eine sehr souveräne Partie spielt, entsteht letztlich ein 2:0-Erfolg für die Innerschweizer.
Beim SC Langenthal hatte vor dem Beginn der Partie eine Veränderung überrascht: Im Tor stand Louis Kurt. Dass dies überraschte, stimmt nur einseitig. Langenthal befindet sich in der angenehmen Situation, zwei Torhüter auf bestem MyHockey-League-Level zu haben, sodass beide einen Einsatz verdient hätten. Nach Colin Stauffachers hervorragenden Auftritten gegen Franches-Montagnes war für viele Aussenstehende aber kein Wechsel absehbar. Dass die Coaches nicht falsch entschieden hatten, zeigte Kurt dann gleich selbst. Lange hielt er seinen Kasten dicht, am 1:0 von Seewen, das nach einem schwer zu erkennenden Ablenker (35.) in seiner Nähe erst entstehen konnte, trug er zudem keine Schuld. Insbesondere im zweiten Teil des zweiten Drittels hatte Kurt zudem durchaus den einen oder anderen Moment, in welchen er sich mit starken Reaktionen auszeichnen konnte, weshalb er zweifellos seinen Teil zum torarmen Duell in den ersten zwei Dritteln beitrug.
Chancen waren rar
Dass wenige Tore fielen, zeichnete sich schon früh ab. Mehrheitlich schien es, als würden die beiden Teams Defensiv-Schach spielen. Nur selten gelang es daher den beiden Sturmreihen, sich vor das gegnerische Tor zu kämpfen, wirklich gute Chancen waren rar. Eine gehörte Karym Krayem, der sich in der ersten Minute nach der Pause im gegnerischen Slot eine Abschlusschance richtiggehend erkämpfte, weil er den Puck aber nicht genügend gut kontrollieren konnte, war dessen Schuss jedoch leichte Beute für Torhüter Schön. In der 34. Minute entging derweil Sandro Koster, bei seinem Alleinlauf kam er aber nicht zentral vors Tor, sodass Louis Kurt auch diesen Abschluss parieren konnte.
Das 1:0 nach 40 Minuten zeigte derweil vieles auf: Seewen kontrollierte die Partie, sowie dessen Dynamik und agierte sehr souverän. Aber zugleich nicht unwiderstehlich. Langenthal war nahe dran und konnte dem Favoriten zweifellos Paroli bieten – offensiv waren die Oberaargauer aber noch zu wenig kreativ. «Zu wenig Schüsse aufs Tor», sah Michael Bütikofer als einer der Gründe, für das letzte Drittel war deshalb auch klar, dass eine weitere Überraschung wie jene gegen Franches-Montagnes durchaus greifbar wäre.
Pfosten auf der einen, Gegentor auf der anderen Seite
Umso ärgerlicher war dann der entscheidende Moment der Partie für die Oberaargauer: In Unterzahl entwischte Karym Krayem über die rechte Seite, preschte vors Tor und machte eigentlich alles richtig, als er letztlich doch nur den Pfosten traf. Im Gegenzug, weiterhin in Überzahl, ging dann Seewen dank einem Weitschuss von Luca Langenegger (46.) mit einem zweiten Tor in Führung.
Was mit einem Tor Rückstand schon schwer war, wurde damit aber nicht einfacher. Zwar erspielte sich der SC Langenthal mit einem druckvollen Auftritt gegen Schluss der Partie tatsächlich noch die eine oder andere Chance, hier war dann aber auch der Unterschied zum Viertelfinal ersichtlich. Während dort auch mal mit etwas Glück Tore entstanden, wehrte sich Seewen-Torhüter Schön stets erfolgreich gegen die SCL-Angriffe. Und bis zuletzt ging die Zeit dann ohne Torerfolg vorüber, sodass sich der EHC Seewen in dieser ersten Partie durchsetzen konnte. «Wir waren nahe dran», resümierte Bütikofer zurecht. Für den kommenden Dienstag und das zweite Spiel kein schlechtes Zeichen.
Seitenblick – Huttwil deutlich in Rückstand
Bei Redaktionsschluss war das zweite Duell zwischen Thun und Huttwil noch am Laufen. Die Oberländer diktierten dieses aber offenbar, waren sie doch trotz 0:1-Rückstand mit 4:1 in Front. Drei Tore im Mitteldrittel führten dazu.
Text und Bild: Leroy Ryser
Telegramm:
EHC Seewen – SC Langenthal 2:0 (0:0, 1:0, 1:0)
Kunsteisbahn Zingel, Seewen. – 919 Zuschauer. – SR: Kunz/Staiger, Wüthrich/Fender. – Tore: 35. Fischer (Welter, Maurenbrecher) 1:0. 46. Luca Langenegger (Capaul, Maurenbrecher/Ausschluss Diezi) 2:0. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Seewen. 4mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Seewen: Schön; Bachmann, Kieni; Gysi, Von Allmen; Wey, Büeler; Koster; Capaul, Burkhalter, D. Schnüriger; Schönmann, F. Langenegger, Livio Langenegger; Maurenbrecher, Fischer, Welter; Steiner, Luca Langenegger, Schleiss; R. Schnüriger.
Langenthal: Kurt; Thomas, Burri; Krähenbühl, Holstein; Moser, Stöckli; Schmied; H. Krayem, K. Krayem, Büttikofer; Wehrli, Kläy, Diezi; Schmid, Meinen, Liechti; Naber, Hamr, Jobin.
Bemerkungen: Langenthal ohne Käser, Tassinari (alle Junioren/überzählig), Ranov (privat), Balzer, Wyniger, Mojonnier, Perrenoud, Bandiera und Girardin (alle verletzt).45. Pfostenschuss K. Krayem. 58. Time-Out Langenthal. 57:43-59:58 Langenthal ohne Kurt zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.