- Matchbericht
SCL erkämpft sich in Huttwil einen Punkt
Langenthal erkämpft sich beim Favoriten in Huttwil einen Punkt: Nachdem die Gelb-Blauen lange in Rückstand sind, gleich Michael Thomas in Überzahl aus, sodass die Partie mit 1:1 in die Verlängerung geht. Dort gewinnt dann Huttwil, auch dank einem Fehlentscheid.
Dass die Partie zwischen Langenthal und Hockey Huttwil nach 40 Minuten erst ein Tor hervorbrachte, war schon eher überraschend. Und insbesondere für den SCL ärgerlich. Vor allem im ersten Drittel war Gelb-Blau nämlich die bessere Mannschaft, hatte die Partie gut unter Kontrolle und auch die besseren Chancen. So musste sich Kevin Liechti beispielsweise beim Schuss aus dem Slot von Fabio Kläy (13.) richtig lang machen, dass er die Scheibe noch abfangen konnte, als Janis Schmid (18.) in Überzahl vor ihm auftauchte war dann auch etwas Glück aus der Sicht von Huttwil dabei, weil Langenthals Stürmer die Scheibe nicht so richtig kontrollieren konnte. Und spätestens als dann Janick Liechti auch noch alleine aufs gegnerische Tor zuging (21.), war dieser erste SCL-Treffer längst überfällig. Die letzten Meter vor dem gegnerischen Tor geben dem Team von Serge Meyer aber weiterhin Kopfzerbrechen, weshalb dieses eine Tor in den ersten 40 Minuten eben doch Huttwil schoss. Dabei passte in der 18. Minute ganz kurz die Zuteilung nicht, als letztlich Timo Braus aus dem Slot heraus schiessen und die Scheibe unter der Latte im Tor verstecken konnte.
Huttwil gerät weiter unter Druck
Huttwil hätte dann insbesondere gegen Ende des zweiten Drittels für einen weiteren Treffer sorgen können, sündigte aber ebenso wie zuvor der Gast. Auch deshalb gingen die beiden Oberaargauer Teams quasi ausgeglichen ins Schlussdrittel, mit Chancen auf Punkte für beide Seiten. Und das spürten offenbar vor allem die Langenthaler, die wie schon im ersten Drittel auch zu Beginn des Schlussdrittels mächtig Druck machten. Gleich mehrmals entstanden sogar hochkarätige Chancen, auch die Anzahl unerlaubter Befreiungsschläge auf Seiten von Hockey Huttwil häuften sich merklich. Was aber fehlte war weiterhin der Torerfolg.
Und eigentlich deutete es zuerst einmal mehr darauf hin, als könnte Huttwil vom ausbleibenden Ausgleich profitieren und in einer Überzahl sogar selbst für den Torerfolg sorgen, als das dann aber nicht gelang, nahm der SCL endgültig Anlauf, die Partie zu drehen: In Überzahl schoss Michael Thomas von der blauen Linie aus nämlich das längst verdiente 1:1 und nur etwa eine Minute später traf Gian Luca Balzer aus bester Position den Pfosten.
Erste Niederlage in der Verlängerung
Die Partie hing damit endgültig am seidenen Faden, dass er auf jene Seite des Underdogs reisst, schien kurz vor Schluss durchaus möglich – vorerst sollte dies aber noch ausbleiben. Kurz vor acht Uhr ging es deshalb in die Verlängerung und dort zeigte sich für den SCL zuletzt ein klares Bild. So musste Gelb-Blau fünf Mal Überstunden leisten und gewann dabei stets, zwei Mal bereits vor dem Penaltyschiessen. In Huttwil – wo es nicht zur Verlängerung hätte kommen müssen – spielte dann aber der Linesmen Spielverderber, als er ein klares, weiteres Icing nicht pfiff, Huttwil eine Scheibe erobern konnte und letztlich Fabian Haldimann in Schussposition kam und das 2:1-Siegtor unter lautstarken Protesten erzielte. «Ein Punkt ist gut, wir hätten aber durchaus auch drei Punkte verdient gehabt», kommentierte nach der Partie Nils Wehrli. Chancen um zu gewinnen hätte man genügend gehabt, erklärte der SCL-Spieler, zugleich habe man aber gesehen, dass man Huttwil bezwingen könnte. «Und das kann für die Playoffs gut tun», so der Stürmer weiter. Die Viertelfinal-Paarung mit Hockey Huttwil ist nämlich weiterhin möglich, vorerst muss sich Langenthal aber mit Frauenfeld um den letzten direkten Playoff-Platz duellieren. Und dafür kommt es am Mittwoch zu einem Showdown mit Direktbegegnung.
Seitenblick – Frauenfeld vor Langenthal
Dank einem 4:0-Sieg gegen Lyss klettert Frauenfeld wieder über den Strich. Bereits in der 10 Minute bringt Anton Haberbeck die Ostschweizer in Führung, darauf findet Lyss keine Antwort. Je zwei Tore fallen jeweils im ersten und im zweiten Drittel.
Text und Bild: Leroy Ryser
Telegramm:
Hockey Huttwil – SC Langenthal 2:1 (1:0, 0:0, 0:1, 1:0) n.V.
Campus Perspektiven, Huttwil. – 1017 Zuschauer. – SR: Zbinden, Fankhauser/Dana. – Tore: 18. Braus (Haldimann, J. Bieri) 1:0. 57. Thomas (Balzer, K. Krayem/Ausschluss T. Nyffeler) 1:1. 63. Haldimann 2:1. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Huttwil. 3mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Huttwil: K. Liechti; Schwab, Vouardoux; R. Bieri, Gurtner; Stillhart, Gerber; Minder, Aebi; Braus, J. Bieri, Haldimann; Lanz, Lüdi, R. Nyffeler; Struchen, Tschudi, Hess; Weber, Kilchenmann, T. Nyffeler.
Langenthal: Kurt; Wyniger, Moser; Thomas, Stöckli; Krähenbühl, Schmied; Holstein; Bütikofer, Mojonnier, Ranov; Wehrli, Kläy, Hamr; Diezi, K. Krayem, Schmid; Liechti, Balzer, Jobin.
Bemerkungen: Langenthal ohne H. Krayem (gesperrt), Meinen, Tassinari, Käser (alle Junioren/überzählig), Naber, Bandiera, Perrenoud und Girardin (alle verletzt). 35. Time-Out Langenthal. 58. Pfostenschuss Balzer.