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4. Februar 2026

Pflicht erfüllt, trotzdem nur Rang 7

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Beim SC Langenthal keimt kurzzeitig Hoffnung auf, dass es für eine direkte Playoff-Qualifikation noch reichen könnte. Auch deshalb erfüllen die Oberaargauer die Erwartungen trotz durchschnittlichem Startdrittel letztlich souverän. Gegen Wetzikon resultiert ein 4:0-Sieg, der in der Tabelle aber nur Kosmetik betreibt.

Nach der Niederlage gegen den EHC Frauenfeld schienen die Chancen zwei Spiele vor Schluss auf eine direkte Playoff-Qualifikation und den sechsten Rang höchstens noch theoretisch vorhanden. Der neutrale Betrachter hatte kaum noch daran geglaubt, machte während dem Spiel aber plötzlich grosse Augen. Nach einem Drittel lag Frauenfeld gegen das Schlusslicht, den Pikes Oberthurgau, mit 0:1 in Rückstand, nach zwei Dritteln stand es sogar 0:2. Langenthal gab dies letzte Hoffnungen, obwohl Frauenfeld nur drei Punkte aus zwei Spielen benötigt. Denn während die Partie im ersten Abschnitt hin und her plätscherte, ohne dass gross nennenswerte Aktionen geschahen, kam der SCL mit dem Wissen um die Partie im Thurgau wesentlich besser aufs Eis zurück. Gelb-Blau machte mehr Druck, spielte energischer und kreierte so prompt mehr Offensivzeit. Gegen Wetzikon entstanden dadurch auch vereinzelt Möglichkeiten, weshalb sich nach einem höchstens durchschnittlichen ersten Drittel schon früh im zweiten Drittel die Führung andeutete.
Diese fiel dann auch – erzielt hatte sie ausgerechnet Neuzuzug David Burri. Der Verteidiger fasste sich in der 24. Minute ein Herz und konnte dann mit einem Weitschuss die Führung erzielen. «Ja das war tatsächlich ein toller Start für mich und dort im zweiten Drittel auch ein wichtiges Tor», kommentierte der Verteidiger. Langenthal blieb daraufhin besser und musste nur wenig gegnerische Chancen zulassen, die Colin Stauffacher im Tor mehr oder weniger mühelos parierte. Die Folge daraus: Durchaus verdient folgte in der letzten Minute vor dem Pausenpfiff das 2:0. Abermals erzielte mit David Moser ein Verteidiger den Torerfolg, die Vorarbeit wurde jedoch von der Offensive geleistet, die im entfernten Eck die Scheibe ausgegraben hatte.

Sieg souverän gesichert
Der SC Langenthal machte im Schoren dann auch im Schlussdrittel alles, um seinen Teil für eine mögliche, direkte Playoff-Qualifikation beizutragen. Anton Ranov erzielte in der 50. Minute schliesslich das 3:0, wobei er eigentlich einen Pass zur Mitte spielte, welcher dann ins Tor abgelenkt wurde. Und etwas mehr als eine Minute vor Schluss sorgte Nils Wehrli mit einem Schuss aufs leere Tor sogar noch für das 4:0.
Weniger erfreulich war dann aber der Blick auf den Totomat. In Frauenfeld hatte die Heimmannschaft den Match mittlerweile gedreht. Bereits in der 42. Minute entstand das 1:2, nach 45 Minuten war der Ausgleich erzielt, nach 53 Minuten war Frauenfeld erstmals in Führung, ehe mit einem Powerplaytor und dem 4:2 die direkte Playoff-Qualifikation gesichert wurde. Der SCL klassiert sich damit unabhängig vom letzten Spiel am kommenden Samstag in Seewen definitiv auf dem siebten Rang und muss danach in den Play-Ins antreten.

Mit Frust überladener Abschluss
Sogar noch weniger erfreulich als das waren dann die Schlussszenen in einem Spiel, welches längst entschieden war. Gleich drei Spieldauer-Strafen musste das Schiedsrichterquartett aussprechen, weil sich beim Gast aus Wetzikon offensichtlich der Frust entlud. Dass Till Etter mit einem Faustschlag auch noch einen Linienrichter am Kopf traf, war dann sogar ein trauriger Höhepunkt von diesen langgezogenen letzten 15 Sekunden. 
Immerhin auf Langenthaler Seite ist klar: Dieser Sieg tut gut – auch wenn er in der Tabelle aufgrund Frauenfelds zu erwartendem Sieg nur Kosmetik betreibt. «Vor den Playoffs tut dieser Sieg gut. Die Stimmung bei uns auf der Bank war super», kommentierte Burri weiter. Am Samstag wird die Qualifikation nun mit dem Auswärtsspiel in Seewen beendet, ehe dann am Dienstag darauf die Play-Ins beginnen werden.

Seitenblick – Seewen im Minimum Zweiter
Dank einem Sieg in der Verlängerung gegen Bülach kann sich Seewen zwischenzeitlich den ersten Rang sichern. Die Innerschweizer führen mit einem Punkt vor Huttwil, das am Samstag spielfrei ist. Dahinter ist – mit einem weiteren Punkt Abstand Franches-Montagnes klassiert. Auf wen der SC Langenthal treffen wird, ist indes noch nicht klar: Weiterhin ist ein erstes Duell gegen Lyss, Bülach und Wetzikon möglich.

Text und Bild: Leroy Ryser

Telegramm:
SC Langenthal – EHC Wetzikon 4:0 (0:0, 2:0, 2:0)
Schoren, Langenthal. – 1069 Zuschauer. – SR: Clément/Houlmann, Pasquier/Oberson. – Tore: 24. Burri (Wehrli, Diezi) 1:0. 40. (39:01) Moser (Krayem, Jobin) 2:0. – Strafen: 5mal 2 Minuten plus 1x5 Minuten plus Spieldauerstrafe (Hamr) gegen Langenthal. 5mal 2 Minuten plus 2x5 Minuten plus Spieldauerstrafe (Siren, Etter), plus Matchstrafe (Etter) gegen Wetzikon.
Langenthal: Stauffacher; Moser, Käser; Thomas, Burri; Holstein, Perrenoud; Stöckli, Krähenbühl; Ranov, K. Krayem, Jobin; Diezi, Kläy, Wehrli; Schmid, Mojonnier, Liechti; Hamr, Meinen, Balzer.
Wetzikon: Wiedzorek; K. Krähenbühl, Hunziker; Müller, Zanolari; Karrer, Noah Siren; Etter; Thöny, Noll, Messikommer; Puide, Brander, Viell; Hochleuser, Noel Siren, Cap; Knörr, Crameri, Lüthi.
Bemerkungen: Langenthal ohne H. Krayem (gesperrt), Büttikofer, Schmied, Tassinari (alle Junioren/überzählig), Wyniger, Naber, Bandiera und Girardin (alle verletzt). 39. Pfostenschuss Ranov.
 

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