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12. Februar 2026

Mit Ach und Krach in die Playoffs

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Der SC Langenthal rettet sich gerade so über die Zeit: Nach einem 4:0-Triumpf im Hinspiel steht es zu Hause kurz vor Schluss 2:5, ehe mit zwei Schüssen aufs leere Tor die 4:5-Niederlage als Schlussresultat feststeht. Trotz einer schwachen Leistung schafft es der SCL damit immerhin in die Playoffs.

Im zweiten Spiel gegen den EHC Bülach hätte sich der SC Langenthal tatsächlich beinahe die Finger verbrannt. Mit der guten Ausgangslage im Rücken waren die Oberaargauer für diese entscheidende Partie überhaupt nicht bereit und zeigten eine wahrlich schlechte Leistung. Auch Trainer Serge Meyer bemängelte nach dem Spiel das Mindset: «Heute haben wir es überhaupt nicht geschafft, mit der Situation umzugehen. Bülach wollte mehr als wir», erklärte der Trainer. Für ein solch entscheidendes Spiel wahrlich ein Armutszeugnis, genau dies widerspiegelte sich aber tatsächlich auf dem Eis. Die Konsequenz daraus: Bülach ergriff die eigentlich ganz kleine Chance schon früh und konnte den SC Langenthal verunsichern: In der 18. Minute stand es schon 2:0 für den Gast. Serge Meyer nahm dann auch sein Time-Out, um die Mannschaft aufzuwecken, was gerade noch so passierte, bevor man sich ernsthaft die Finger verbrannte.
Es war dann ein Sturmlauf des Bruderpaars Krayem, der die Partie für die SCL-Seite erst einmal beruhigte. Hassan Krayem drückte über die rechte Seite durch die Abwehr, stiftete Verwirrung vor dem gegnerischen Tor und sorgte dafür, dass die Scheibe im Slot zu seinem Bruder gelangte. Der schoss, bevor der Torhüter reagieren konnte und erzielte in der letzten Minute vor der Pause doch noch das 1:2

Das Hinspiel als Hilfe
Im zweiten Abschnitt startete der SC Langenthal dann etwas besser und konnte dann auch durch Nicolas Jobin das 2:2 erzielen, welches Bülach wiederum zum Handeln zwang. Das taten die Zürcher dann auch, immerhin gelang in Überzahl das 2:3. Dennoch schien einmal mehr die Ausgangslage dank dem 4:0-Sieg im Hinspiel für Langenthal die Situation zu beruhigen. Und, eigentlich zeigte sich auch deutlich, dass der SC Langenthal, wenn er konzentriert agierte und den Gegner unter Druck setzte, besser gewesen wäre. Dass solche Situationen aber zu selten auftraten, war ärgerlich und sorgte letztlich auch für eine ungenügende Leistungsbewertung in diesem enorm wichtigen Match. 
Hat der SCL immerhin für das letzte Drittel etwas daraus gelernt oder seine Leistung verbessert? Nein. In der 45. Minute folgte das 4:2 für Bülach, weshalb der Gast damit schon wieder nahe an einer Überraschung war. Und weil mit Fabio Kläy, Nicolas Jobin und Stefan Diezi zwischenzeitlich drei Stürmer ausfielen, wurde die Aufgabe auch nicht gerade einfacher.
In der 56. Minute passierte dann, wovon man mittlerweile Angst hatte: Bülach schoss das 5:2, sodass plötzlich nur noch ein Tor für eine mögliche Verlängerung fehlte. Zu sechst waren die Bülacher letztlich nur kurz nahe dran, 40 Sekunden vor Schluss entwischte dann Karym Krayem, der dann doch noch für das entscheidende 5:3 sorgte. «Ja, dass es letztlich gereicht hat, beruhigt schon auch ein bisschen. Aber es regt auch zum Denken an, denn diese Leistung war absolut inakzeptabel», erklärte der Trainer letztlich. Mit Mathys Mojonnier Schuss aufs erneut verlassene Tor entstand dann letztlich das Schlussresultat von 4:5, welches dem SCL dann doch noch die Playoff-Qualifikation ermöglicht. Die einwöchige Pause müssen die Oberaargauer nun aber gut nutzen. Ansonsten droht nach einer weiteren Woche mit drei Spielen gegen den Favoriten Franches-Montagnes dann trotzdem das Saisonende.


Seitenblick – Wetzikon auf Siegeskurs
Bei Abgabe des Artikels führte Wetzikon im zweiten Spiel gegen Lyss. Damit würden die Zürcher das zweite Spiel in diesem Duell gewinnen, weshalb sie am Samstag in Bülach antreten dürften. Bei Abgabe des Berichtes liefen die letzten Minuten. 

Text und Bild: Leroy Ryser

Telegramm:
SC Langenthal – EHC Bülach 4:5 (1:2, 1:1, 2:2)
Schoren, Langenthal. – 1042 Zuschauer. – SR: Clément/Houlmann, Auderset/Oberson. – Tore: 14. Odermatt (Knak, Adam Stepanek) 0:1. 18. Berner (Lekic, Schwarz) 0:2. 20. (19:21) K. Krayem (H. Krayem, Holstein/Ausschlüsse Burri, Berner) 1:2. 29. Jobin (Mojonnier) 2:2. 32. Gramegna (Jori/Ausschluss K. Krayem) 2:3. 45. Adam Stepanek (Odermatt, Heinzmann) 2:4. 56. Berner (Raiski, Odermatt) 2:5. 60. (59:20) K. Krayem (Burri/Ausschluss Balzer!/Aufs leere Tor) 3:5. 60. (69:44) Mojonnier (Krähenbühl/ Ausschluss Balzer!/Aufs leere Tor) 4:5. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Langenthal. 2mal 2 Minuten gegen Bülach.
Langenthal: Kurt; Stöckli, Burri; Krähenbühl, Holstein; Moser, Perrenoud; Käser; H. Krayem, K. Krayem, Jobin; Diezi, Kläy, Wehrli; Schmid, Mojonnier, Liechti; Naber, Balzer, Ranov.
Bülach: Ferrari; Gramegna, Lekic; Knak, Adam Stepanek; Jola, Raiski; Jansa, Hauri, Jori; Schwarz, Kälin, Alex Stepanek; Senn, Odermatt, Berner; Mächler, Heinzmann.
Bemerkungen: Langenthal ohne Meinen, Bütikofer, Schmied, Tassinari (alle Junioren/überzählig), Wyniger, Thomas, Bandiera und Girardin (alle verletzt). 18. Time-Out Langenthal. 21. Kläy scheidet verletzt aus. 41. Jobin scheidet verletzt aus. 51. Diezi scheidet verletzt aus. 58. Time-Out Bülach. 57:33-59:20 und 59:39-59:44 Bülach ohne Torhüter Ferrari zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.

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