News

4. März 2026

«Ich glaube an diese Truppe»

Brügger.png

Der SC Langenthal darf am kommenden Samstag auswärts gegen Seewen in die Playoff-Halbfinals starten. Dass die Oberaargauer so weit gekommen sind, ist tabellarisch gesehen eine Überraschung. Christoph Brügger freuts – und lässt ihn hoffen, dass vielleicht noch etwas mehr möglich wäre.

Als in der MyHockey League die Playoff-Zeit begann, war der SC Langenthal von einem Halbfinalspiel weit entfernt. Zuerst mussten sich die Oberaargauer mit Bülach in den Play-Ins messen, bei einem Sieg drohte der Viertelfinal gegen Franches-Montagnes. In beiden Duellen ging Gelb-Blau als Sieger hervor. Zuerst mit Ach und Krach, dann mit Glanz und Gloria. Und jetzt steht doch mehr oder weniger überraschend das Halbfinalduell mit Seewen an. 

Für Christoph Brügger, Co-Geschäftsführer beim SCL, der für zahlreiche Aufgaben im Verein die Verantwortung trägt, ist diese Überraschung nur bedingt eine solche. «Wir müssen auf alle Ausgangslagen vorbereitet sein», sagt er. Fürs Ticketing lege er stets im Voraus Spiele auf Reserve an, damit er nur noch Details anpassen muss, die Behörden informiert er laufend, ob und wann, welche Spiele stattfinden und mit den zahlreichen freiwilligen Helfern, die einen Match erst möglich machen, ist er sowieso ständig in Kontakt. «Rein administrativ darf man sich natürlich nicht überraschen lassen. Wir hatten jetzt das Glück, dass wir noch eine Woche Pause hatten, in der letzten Saison kam diese zweite Serie nach fünf Spielen gegen Martigny aber wesentlich schneller.» Das sei typisch im Sport, in welchem man auf solche Eventualitäten vorbereitet sein müsse. Oder in diesem Fall dürfe. «Die Pause hat uns gut getan. Einerseits konnten wir Werbung machen, andererseits war auch für unsere Helfer eine hockeyfreie Woche ein Plus», weiss Christoph Brügger. Am kommenden Dienstag, beim ersten Heimspiel, geht man deshalb umso mehr mit vollem Elan an die neuen Aufgaben heran.

Unberechenbarkeit des Sports
Diese seien indes durchaus zu meistern, findet Christoph Brügger und spricht damit eher von jenen auf dem Eis. «Ich glaube an unsere Truppe», sagt er. Seewen sei zwar durchaus noch stärker einzuschätzen, Playoff habe aber oft andere Gesetze. Und damit kennt sich der SCL bekanntlich aus. In der ersten Saison gelang nach einer Seuchen-Saison nicht nur der Ligaerhalt sondern auch die Playoff-Qualifikation, nun gelangen gegen Martigny und Franches-Montagnes die jeweils überraschenden Viertelfinalsiege. «Das ist schwierig zu erklären. Wir haben auch schon Viertelfinalspiele verloren, als wir hätten besser sein sollen. Das gehört zum Sport dazu», sagt der SCL-Geschäftsführer. Eine zweite Überraschung sei aber auch deshalb durchaus möglich. Er, selbst im Schwingsport zu Hause, aber seit Kindheitstagen ein «Hockey-Nerd», kann sich aber vorbehaltlos auf die nahende Serie freuen. «In den letzten zehn Minuten im Viertelfinale war ich doch etwas nervös», gesteht er, «sonst bin ich aber eher ruhig beim Zuschauen.» Danach war die Freude aus vielen Gründen gross. Einerseits als Fan, andererseits auch beruflich. Denn: Dass es ins Halbfinale reichte, dürfte auch dem Budget guttun. Obwohl solche Spiele, von denen man nicht weiss, ob sie stattfinden, nicht budgetiert werden. «Der Ticketverkauf für Dienstag läuft gut an, wir hoffen auf eine starke Kulisse. Ausserdem wäre natürlich ein Spiel an einem Samstag, also Spiel 4, hervorragend aus finanzieller Sicht.» 

Der Funken ist übergesprungen
Zu stark analysieren will Christoph Brügger die sportliche Ausgangslage aber nicht, das überlässt er dann gerne seinem Geschäftsführer- und Sportchef-Kollegen Marc Kämpf. Eines verspricht er aber dennoch: «Die Qualifikation werden wir sicherlich genauer anschauen müssen. Immerhin ist aber jetzt der Funken übergesprungen und damit ist grundsätzlich sehr viel möglich», sagt der Madiswiler. Allgemein hofft er auf eine «engere Serie», als jene im letzten Jahr gegen Seewen, als der SCL im Halbfinale 0:3 verlor und doch eher chancenlos war. «Schauen wir mal, was beim ersten Spiel passiert», sagt Christoph Brügger. Schwierig wird dieses ganz bestimmt, denn sportlich gesehen steht nicht nur der Qualifikationssieger gegenüber, sondern auch die kompletteste Mannschaft der Liga.  Und dennoch: Möglich ist vieles. Das hat sich in den letzten Jahren mehrmals gezeigt.

 

TICKETSHOP
Auswärtsfahrt Gelb-Blau 46
Anmelden