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28. Januar 2026

Erneut keine direkte Playoff-Qualifikation

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Das entscheidende Spiel um den letzten direkten Playoff-Platz gegen Frauenfeld endet in einer bitteren Niederlage. Erst im letzten Drittel beginnt der SCL sich offensiv in Szene zu setzen, da ist es schon zu spät: Aus einem zwischenzeitlichen 1:4-Rückstand resultiert eine 4:6-Niederlage.

45 Minuten waren gespielt, als sich David Hamr auf den Weg machte: Nach einem Pass zurück ins eigene Drittel von Michael Thomas konnte der Stürmer richtig Fahrt aufnehmen und schickte sich dadurch an, der Frauenfelder Abwehr davonzulaufen. Als er sich durchkämpfte und alleine vor dem gegnerischen Keeper stand, tunnelte er diesen auch noch ganz frech und hauchte dem SC Langenthal endlich wieder neues Leben ein. Hamr erzielte in diesem Moment das 3:4, welches als ach so wichtiges Anschlusstor galt. Während zuvor kaum Chancen für den SCL entstanden brannte es dann plötzlich lichterloh: Sekunden später fanden sich Gian Luca Balzer nach seinem Sturmlauf sowie Topscorer Karym Krayem und Verteidiger Yann Stöckli in besten Schusspositionen, konnten aber leider nicht profitieren und die Partie prompt ausgleichen. 

SCL offensiv harmlos
Dass der Ausgleich wieder greifbar war, überraschte. Langenthal konnte sich gegen Frauenfeld nicht wie gewünscht entfalten. Schon in der 3. Minute gingen die Oberaargauer nach einem Konter in Rückstand, obwohl der Ausgleich in Überzahl durch Michael Thomas erzielt werden konnte, kam Gelb-Blau immerhin offensiv nicht richtig auf Touren. Vor dem Tor waren die Oberaargauer in den ersten zwei Drittel nur in wenigen Momenten wirklich gefährlich, auf den letzten Metern war Gelb-Blau sogar harmlos. Derweil kam Frauenfeld immer wieder zu guten Chancen, was Colin Stauffacher im SCL-Tor mächtig beschäftigte. Gegen Thimo Kauth (19./31.)  war er zwei Mal machtlos, weshalb sich die Ostschweizer zwischenzeitlich nicht zu Unrecht in Führungsposition befanden. Damit aber nicht genug: Ärgerlich war vor allem auch der Start ins Schlussdrittel, in welchem in einer so wichtigen Begegnung bei diesem Zwischenstand nach nur 53 Sekunden auch noch das 1:4 entstand. Nicht zuletzt weil die Offensivabteilung zu wenig überzeugte, deutete mit diesem Treffer vieles auf eine Vorentscheidung hin. 
Dass Aron Krähenbühl nur 13 Sekunden später mit einem Weitschuss das 2:4 schoss und David Hamr dann mit seinem Solo auf 3:4 verkürzte, brachte aber eben wieder etwas Hoffnung in dieses Direktduell um den letzten direkten Playoff-Platz. Leider flaute der SCL-Sturmlauf aber viel zu schnell ab, und als Ex-Langenthaler Tom Gerber sich in einem Duell mit Mike Wyniger durchsetzen und Adrian Wetli mustergültig bedienen konnte, war es um Langenthal dann doch endgültig geschehen. «Wir haben nicht über 60 Minuten unser Spiel durchgezogen – und gerade defensiv passierten uns deutlich zu viele Fehler», kommentierte später Nik Holstein. Zweifellos habe man zu viele Tore kassiert, erwähnte er weiter, und offensiv zu spät begonnen, diese auch selbst zu produzieren.

Nur noch wenig Chancen auf Rang 6
Das 3:5 entschied aber nicht nur die Partie gegen Frauenfeld, sondern hat auch die letzten Hoffnungen auf einen direkten Playoff-Platz beerdigt. Frauenfeld liegt nun nämlich vier Punkte vor Langenthal und darf im kommenden Spiel auch noch zu Hause gegen das Schlusslicht Pikes Oberthurgau antreten. Mit einem Sieg hätte Frauenfeld diesen sechsten Platz dann auf sicher – und mit dem 6:4-Sieg im Langenthaler Schoren haben sie sich dies zweifellos auch verdient. 
Dieser stand übrigens zuletzt noch einmal kurz auf der Kippe: Wegen einem Tor in doppelter Überzahl von David Hamr (56.) kam Langenthal erneut auf einen Treffer hin, so richtig schlottern wollten die Knie der Gäste aber nicht. Als Langenthal dann auf seinen Torhüter verzichtete, schoss Frauenfeld den Puck ins leere Tor und feierte das Tor zum endgültig entscheidenden 6:4. «Klar ärgert uns dieser Match – wenn wir auf die Qualifikation zurückblicken, haben wir aber diverse Chancen nicht genutzt, ein solches Szenario zu verhindern», meinte Holstein zuletzt. Der Fakt der daraus resultiert ist zwar rechnerisch noch nicht ganz gesichert, aber höchst realistisch: Auch in diesem Jahr wird Langenthal keine direkte Playoff-Qualifikation schaffen.

Seitenblick – Huttwil mit Stängeli
Hockey Huttwil gelingt auswärts in der Ostschweiz ein Stängeli. Gegen die Letztplatzierten Pikes Oberthurgau schiesst der Favorit im Mitteldrittel sechs Tore, Joel Bieri gelingt beispielsweise ein Hattrick. Zuletzt steht es in einem dennoch strafenarmen Spiel 10:0 für Huttwil.

Text und Bild: Leroy Ryser

Telegramm:
SC Langenthal – EHC Frauenfeld 4:6 (1:2, 0:1, 3:3)
Schoren, Langenthal. – 994 Zuschauer. – SR: Houlmann, Dom/Oberson. – Tore: 3. Y. Wegmann (Sopa) 0:1. 13. Thomas (Krayem, Jobin/Ausschluss Stalder) 1:1. 19. Kauth (Schläppi, Hungerbühler) 1:2. 31. Kauth 1:3. 41. Jüngst (Sopa, Russo) 1:4. 42. Krähenbühl (Hamr, Sommer) 2:4. 45. Hamr (Thomas, K. Krayem) 3:4. 53. Wetli (Gerber, Kauth) 3:5. 56. Hamr (Kläy, Thomas/Ausschlüsse Jüngst, Moser) 4:5. 60. (59:31) Kauth (Gerber, Haberbeck/Aufs leere Tor) 4:6. – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Langenthal. 4mal 2 Minuten gegen Frauenfeld.
Langenthal: Stauffacher; Wyniger, Moser; Thomas, Stöckli; Krähenbühl, Sommer; Holstein, Schmied; Bütikofer, Mojonnier, Ranov; Wehrli, Kläy, Hamr; Diezi, K. Krayem, Schmid; Liechti, Balzer, Jobin.
Frauenfeld: Bächler; L. Wegmann, Hungerbühler; Jüngst, Haberbeck; Varano, Stalder; Rozajac; Gerber, Wetli, Kauth; Tanno, Russo, Zwissler; Schläppi, Y. Wegmann, Sopa; Moser, Fehr, Bai; Meier.
Bemerkungen: Langenthal ohne H. Krayem (gesperrt), Meinen, Tassinari, Käser (alle Junioren/überzählig), Naber, Bandiera, Perrenoud und Girardin (alle verletzt). 25. Lattenschuss Ranov. 31. Time-Out Langenthal. 58:45-59:31 Langenthal ohne Torhüter Stauffacher zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.
 

Interview Nik Holstein

28.01.2026

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