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7. Oktober 2026

Eigentlich, reicht nicht nur eigentlich nicht

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Der SC Langenthal steht bei fünf Niederlagen in Folge: Gegen Lyss verlieren die Oberaargauer mit 2:3, wobei sie «eigentlich» gut starten und das Skore eröffnen. Dass Nils Wehrli Doppeltorschütze ist, rückt beim Endergebnis und der aktuellen Situation leider in den Hintergrund.

Der Matchbericht wird präsentiert von Mammut Lift, SCL-Hauptsponsor

Und am Schluss bleibt einmal mehr nur ein Kopfschütteln: Der SC Langenthal schafft es auch gegen Lyss nicht, seine Negativserie zu stoppen und verliert dadurch bereits zum fünften Mal in Folge in bisher sechs Spielen. Wie schon in vorherigen Partien hiess es immer mal wieder, dass die Angriffsbemühungen «eigentlich» gut aussehen würden, dass das Potenzial «eigentlich» durchaus vorhanden und zwischendurch sichtbar wäre und dass die Partie «eigentlich» auch anders hätte verlaufen können. Wer aber auf «eigentlich» aufbaut, der wird von jenen bestraft, die im richtigen Moment nicht nur «eigentlich» zuschlagen könnten, sondern dies auch tun. Und an diesem Mittwochabend gegen Lyss, die vor der Partie ebenfalls drei Mal in Folge verloren hatten, war es letztlich Ziyad Boukamel, der von der blauen Linie aus nach einem Bullysieg von Florin Gerber zügig schoss und traf. Louis Kurt, der seine Vorderleute zuvor oftmals rettete, kam in diesem Moment mit seiner Reaktion etwas zu spät und griff knapp neben die Scheibe, sodass nach 51 Minuten das in dieser Partie entscheidende 3:2 für Lyss entstand.

Langenthal eigentlich in Führung
Dass es so weit kam, ist indes auf viele Umstände zurückzuführen. Da war beispielsweise das ärgerliche 1:1 des SC Lyss in der 10. Minute, bei welchem ein defensiver Bullysieg von Langenthals Fabio Kläy vorangegangen war, ehe der Auftritt zu wenig energisch war. Und da war auch das 2:1 für Lyss, welches während Langenthals Powerplay entstand und ein haarsträubender Zuspielfehler im Offensivdrittel als Ursache hatte. Und da war nicht zuletzt auch die fehlende Durchschlagskraft beispielsweise im Powerplay, welches trotz vier Möglichkeiten versagte.
Was uns dann wieder zum «eigentlich» bringt: Eigentlich hätte es auch gute Szenen gehabt. So darf man die zwei Tore von Nils Wehrli erwähnen, der zwar auch am Shorthander mit seinem Zuspielfehler mitbeteiligt war, aber trotzdem einen starken Auftritt zeigte. Und da waren auch Angriffe, die unter anderem in Pfostenschüssen von Tim Schaub (22.) und Karym Krayem (47.) resultierten. Für Nils Wehrli war nach der Partie aber klar: Der Rückstand nach der Führung sei besonders ärgerlich gewesen, gute Szenen hätte man «eigentlich» gehabt, aber letztlich hat beispielsweise die Überzeugung beim Toreschiessen gefehlt.

Krasser Fehlstart ist definitiv
Und trotz allem: Eigentlich hätte selbst diese Grundlage reichen können, um die Partie zu gewinnen. Schliesslich gingen die beiden Teams mit einem 2:2 ins letzte Drittel, gerade da fehlte dann aber die Überzeugung, die Lyss im richtigen Moment mitbrachte.
Mit drei Punkten aus sechs Spielen ist Langenthals Fehlstart damit verheerend. Zwar ist die direkte Playoff-Qualifikation gerade noch möglich, aber: wer endlich wieder einmal die Playoffs zu Hause starten wollte, wird wohl erneut enttäuscht. In der letzten Saison bei drei Spielen weniger wären dafür 56 Punkte nötig gewesen, weshalb Langenthal nun bei 27 verbleibenden Partien mehr als zwei Punkte im Schnitt holen müsste. Diesen Schnitt erreichten im letzten Jahr nur Seewen (2,26), Franches-Montagnes (2,13) und Huttwil (2,1). Und immerhin aktuell ist der SCL doch eher weit davon entfernt, mehr als zwei Drittel der Spiele zu gewinnen…

Text und Bild: Leroy Ryser

Telegramm:
SC Langenthal – SC Lyss 2:3 (1:2, 1:0, 0:1)
Schoren, Langenthal. – 883 Zuschauer. – SR: Wiedmer/Wolf, Stryffeler/Schüpbach. – Tore: 9. Wehrli (Bütikofer) 1:0. 10. Gerber (Hofstetter) 1:1. 19. Jüni (Ausschluss Mettraux!) 1:2. 21. (20:51) Wehrli (Krayem, Bleiker) 2:2. 51. Boukamel (Gerber) 2:3. – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Langenthal. 4mal 2 Minuten gegen Lyss.
Langenthal: Kurt; Landskroner, Moser; Burri, Flütsch; Tassinari, Holstein; Moesch, Sommer; Rexha, Kläy, Kiefer; Bleiker, K. Krayem, Wehrli; Liechti, Meinen, Bütikofer; Naber, Schaub, Jobin.
Lyss: Maruccia; Wüthrich, Boukamel; Kühni, Leuzinger; Graf, Bigler; Perrot, Boppart; Leuenberger, Hofstetter, Gerber; Perrenoud, Golja, Mettraux; Prevost, Jüni, Schaller; Sahli, Jolliet, Steinegger.
Bemerkungen: Langenthal ohne Thomas, H. Krayem, Balzer, Käser, Arnold, Krähenbühl (alle verletzt), Grossenbacher (krank), Lanz und Eggenweiler (Junioren). 12. Time-Out Langenthal. 22. Pfostenschuss Schaub. 47. Pfostenschuss Krayem. 59:30-60:00 Langenthal ohne Kurt zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.

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