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30. September 2026

Drei Niederlagen – Reaktion bleibt aus

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Der SC Langenthal verliert zum dritten Mal in Folge und wirft Fragezeichen auf. Zu viele Spieler bringen die erwartete Leistung nicht, was dazu führt, dass Gelb-Blau in Frauenfeld fast konstant in Rücklage ist. Die offensive Produktion bleibt ungenügend, sodass eine 2:4-Niederlage entsteht.

Nachdem der SC Langenthal zwei Spiele in Folge verlor und am Mittwochabend auf Frauenfeld reisen musste, durfte der unparteiische Zuschauer und erst recht der SCL-Fan in der Ostschweiz eine Reaktion erwarten. Zu wenig Druck auf das gegnerische Tor, zu wenig unbändiger Wille auf den letzten Metern und zu wenig Genauigkeit im Torabschluss hätten eigentlich auf dieses vierte Spiel hin sichtbar verbessert werden müssen. Tatsächlich zeigte sich aber ein noch schlechteres Bild. Langenthals Auftritt war pomadig und in gewissen Situationen fehlte auch ebendieser unbändige Wille, etwas zu verbessern. Mit genau diesem fehlenden Engagement leitete dann auch Finn Naber das 1:0 für Frauenfeld ein. Ohne Druck hinter dem Stock verlor er im offensiven Drittel die Scheibe, Frauenfeld-Stürmer Adrian Wetli entging in der Folge allen Gegnern und scheiterte nur knapp an SCL-Torhüter Louis Kurt. Weil dieser die Scheibe aber nicht kontrollieren konnte, brauste Fabio Hollenstein heran und drückte den Puck dann doch noch über die Linie. 
Und da hätte man doch spätestens jetzt mit einer Reaktion rechnen dürfen, oder? Diese war aber unsichtbar. Die zweite Hälfte dieses schwachen Startdrittels verstrich und eigentlich hielt nur eine Linie offensiv dagegen: Jene von Captain Fabio Kläy und den Flügelstürmern Gian Luca Balzer und Janick Liechti. Kläy, der in dieser Saison nicht erstmals positiv auffällt, kreierte dann auch die einzigen beiden Chancen in diesem Startdrittel, die seine Stürmerkollegen in gute Positionen brachten, sie leider aber nicht ausnutzen konnten.

Doch eine Reaktion?
Es überraschte dann nicht, dass mit dem ersten Auftritt im zweiten Drittel ebendiese drei Herren die Reaktion einleiteten. Liechti checkte kurz nach einem Scheibenverlust seinen Gegner im Offensivdrittel, sodass Fabio Kläy den Puck zurückgewinnen konnte. Dieser ging bis zuletzt zu Verteidiger Jannik Grossenbacher, der mit einem Buebetrickli ausglich.
Langenthal schien vitalisiert und aggressiver, wurde dann aber unter anderem durch Strafen und ebenso energische Frauenfelder ausgebremst. Und als dann ein Buebetrickli auf der anderen Seite den Puck verschwinden liess, jubelten die Gastgeber clever. Ob die Scheibe die Linie nach Fabio Hollensteins zweitem Streich passiert hatte, schien nicht ganz klar. Torhüter Kurt schüttelte den Kopf und protestierte, Referee Dylan Weber zeigte aber das Tor an und blieb in den Diskussionen unverrückbar.

Verkürzt – mehr aber nicht
Bei dem zweiten Rückstand stellten sich dann trotz dem immerhin verbesserten Auftritt die eine oder andere Frage: Wo sind jene Charaktere, von denen man erwartet, dass sie im Rampenlicht glänzen? Wer die Linienzusammenstellung anzweifelt, der wird mit jener Kritik genauso wenig alleine sein, wie jene, die fehlendes Durchsetzungsvermögen, fehlende Überzeugung und fehlende Zusammenhänge im Offensivspiel bemängeln. Dass Langenthal nach dem dritten Streich von Fabio Hollenstein im Powerplay (48.) noch auf 2:3 durch einen Ablenker von Nicholas Jobin verkürzte, zeigte zwar das spät eintretende Bemühen von Gelb-Blau, übers ganze Spiel gesehen blieben die Oberaargauer aber zu vieles schuldig, was man erst phasenweise gegen Schluss sehen konnte.
Auch deshalb bleibt das Fazit ernüchternd: Langenthal spielte nach dem ungenügenden Startdrittel zwar besser, kann aber wie schon in den zwei Spielen zuvor nur einen allgemein «nicht schlechten» Auftritt vorweisen, der in Teilen sogar passabel schien. Bei der 2:4-Niederlage – Hollenstein traf zuletzt mit seinem vierten Streich das verlassene Tor – war aber erneut deutlich klar: Das genügt nicht.

Text und Bild: Leroy Ryser

Telegramm:
EHC Frauenfeld – SC Langenthal 4:2 (1:0, 1:1, 2:1)
Kunsteisbahn, Frauenfeld. – 282 Zuschauer. – SR: Weber, Stiassny/Lukac. – Tore: 11. Hollenstein (Wetli) 1:0. 21. Grossenbacher (Balzer, Kläy) 1:1. 28. Hollenstein 2:1. 48. Hollenstein (Zwissler, Welti/Ausschluss Burri) 3:1. 58. Jobin (Holstein, K. Krayem) 3:2. 60. (59:59) Hollenstein (Zwissler/Aufs leere Tor) 4:2. – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Frauenfeld. 5mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Frauenfeld: Müller; Wegmann, Sedleger; Haberbeck, Stadler; Tanner, Laubacher; Hollenstein, Wetli, Zwissler; Rüsi, Meier, Bai; Herrmann, Marbach, Gillmann; Haag.
Langenthal: Kurt; Grossenbacher, Moser; Holstein, Tassinari; Sommer, Burri; Liechti, Kläy, Balzer; H. Krayem, K. Krayem, Jobin; Naber, Rexha, Schaub; Wehrli, Meinen, Bütikofer.
Bemerkungen: Langenthal ohne Thomas, Moesch, Arnold, Bleiker, Käser, Krähenbühl (alle verletzt), Lanz, Kaser und Eggenweiler (beide Junioren). 32. K. Krayem verschiesst Penalty. 59. Time-Out Langenthal. 58:41-59:59 Langenthal ohne Torhüter Kurt zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.

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