- Matchbericht
Drei Führungstreffer und dennoch ein Penaltyschiessen
Der SC Langenthal muss mit zahlreichen Absenzen im Spiel gegen den EHC Frauenfeld antreten und kann mit einem immensen Kraftakt in dieser Partie drei Mal in Führung gehen. Weil Frauenfeld diese jeweils irgendwie kontert, entscheidet letztlich das Penaltyschiessen. Drei erfolgreiche Versuche führten dann doch noch zum 4:3-Sieg.
Die Vorzeichen für das Samstagsspiel waren für den SC Langenthal haarsträubend. Die Verletztenliste wurde noch einmal länger, ja beinahe hätten die Oberaargauer sogar zu wenig Spieler gehabt. Damit man die Partie gegen Frauenfeld überhaupt spielen konnte, brauchte es einerseits die Hilfe des eigenen Nachwuchses, der selbst auch nicht zu viele Spieler hat, ausserdem spielten angeschlagene Spieler und Akteure, die noch vor wenigen Tagen unter Krankheitssymptomen litten. Als wäre das nicht genug, musste der SCL mit ebendieser Ausgangslage auch noch für das sehr wichtige Spiel gegen Frauenfeld antreten. Aus tabellarischer Sicht hätte es da zweifellos bessere Momente gegeben, um mit dem «SC Lazarett» zu spielen.
Da könnte man dann ja hoffen, dass der SCL wenigstens im Spiel selbst ein bisschen Glück hätte, aber auch da suchte man dieses vergebens, insbesondere der zweite Abschnitt brachte die Heimfans abermals zur Verzweiflung. Zuerst wurden dem SCL zwei Tore aberkannt, wobei insbesondere der erste Treffer (23.) ohne jede Frage hätte zählen müssen. Und als dann Nicolas Jobin auch noch vom Frauenfelder Captain Adrian Wetli gefoult wurde, dieser unablässig die Langenthaler provozierte und letztlich Langenthal mit einer Unterzahlsituation (!) konfrontiert wurde, war im Langenthaler Schoren so manch einer richtig sauer. Das war dann logischerweise auch nicht anders, nachdem Frauenfeld genau in dieser Überzahlsituation das 1:1 erzielte. Für die Fans war also klar: Statt 3:0 stand es unverständlicherweise nach zwei Abschnitten 1:1.
SCL legt insgesamt drei Mal vor
Aber eben auch nur 1:1. Gian Luca Balzer hatte mit einem gut platzierten Schuss unter die Latte noch im ersten Drittel (7.) das 1:0 erzielt und eigentlich waren die Oberaargauer gegen die Frauenfelder zum grossen Teil insbesondere technisch besser. Zugleich konnte der SCL auch im dritten Abschnitt zwei weitere Male vorlegen. Zuerst schoss Karym Krayem (42.) das 2:1, nachdem er von einem Abpraller profitierte, später bereitete er seinem Bruder auch noch clever das 3:2 vor. Hassan Krayem zeigte dabei viel Geduld, fuhr am gegnerischen Torhüter vorbei und lupfte die Scheibe (57.) letztlich clever ins Tor. Keines der beiden Krayem-Tore sollte aber den Sieg unter Dach und Fach bringen, gleich zwei Mal kam Frauenfeld zurück. Einmal mit einem Glücksschuss ins obere Tordreieck von Timo Kauth (46.) und einmal auf äusserst ärgerliche Weise erst 46 Sekunden vor Schluss.
So sollte ausgerechnet diese wichtige Partie auch noch in die Verlängerung gehen und auch dort hatte der SC Langenthal die Chance, den Sieg dingfest zu machen. Zuerst stand Patrick Bandiera alleine vor dem Tor (64.), dann war es Gian Luca Balzer (65.) und beide scheiterten am gegnerischen Keeper Gian-Marco Bamert, weshalb dann auch noch das Penaltyschiessen auf dem Programm stand. In diesem waren die Langenthaler dann besser: Weil Karym Krayem, Patrick Bandiera und Nicolas Jobin treffen, ist der SCL doch noch siegreich und kann nach diesem intensiven Kampf immerhin zwei Punkte gegen den direkten Verfolger mitnehmen. «Klar ist es toll, dass wir gewonnen haben, aber eigentlich hätte es gar keine Verlängerung und kein Penaltyschiessen geben sollen», kommentierte Karym Krayem nach der Partie. Der verlorene Punkt trübe die Situation, so der Stürmer, «aber dennoch war es wirklich gut, dass wir gewonnen haben.»
Seitenblick – Wetzikon makellos
Der EHC Wetzikon gewinnt sein Heimspiel gegen Bülach zu null. Nach einem tor- und strafenlosen ersten Abschnitt, beginnt der Siegeszug mit dem ersten Tor nach 25 Minuten. Der dritte und letzte Treffer geht ins leere Tor, weil Bülach auch zu sechst ohne offensiven Erfolg bleibt und sich Wetzikon mit 0:3 beugen muss.
Text und Bild: Leroy Ryser
Telegramm:
SC Langenthal – EHC Frauenfeld 4:3 (1:0, 0:1, 2:2, 0:0, 1:0) n.P.
Schoren, Langenthal. – 987 Zuschauer. – SR: Wolf, Palmisano/Mellet. – Tore: 7. Balzer (Liechti, Mojonnier) 1:0. 37. Wegmann (Zwissler/Ausschluss Schmid, Jobin, Kauth) 1:1. 42. Karym Krayem (H. Krayem) 2:1. 46. Kauth (Gerber, Haberbeck) 2:2. 57. H. Krayem (K. Krayem, Diezi) 3:2. 60. (59:14) Mauchle (Zwissler) 3:3. – Penaltyschiessen: Langenthal beginnt. Diezi, Bamert hält. Tanno, trifft, 3:4. K. Krayem, trifft, 4:4. Kauth, trifft, 4:5. Bandiera, trifft, 5:5. Zwissler, Stauffacher hält. H. Krayem, Bamert hält. Gerber, Stauffacher hält. Jobin, trifft, 6:5. Wetli, scheitert. – Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Langenthal. 4mal 2 Minuten gegen Frauenfeld.
Langenthal: Stauffacher; Tassinari, Wyniger; Krähenbühl, Moser; Thomas, Schmied; H. Krayem, K. Krayem, Diezi; Mojonnier, Jobin, Liechti; Bandiera, Balzer, Naber; Strahm, Schmid.
Frauenfeld: Bamert; Wegmann, Hungerbühler; Haberbeck, Jüngst; Stadler, Mauchle; Gastaldo; Gerber, Wetli, Kauth; Wegmann, Fehr, Zwissler; Tanno, Meier, Russo; Sopa, Laubacher, Bai; Lüthi.
Bemerkungen: Langenthal ohne Bütikofer, Kläy, Ranov, Stöckli, Perrenoud, Meinen, Holstein und Girardin (alle verletzt).
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