- Matchbericht
Die Möglichkeit zu punkten verspielt
Der SC Langenthal hat in Thun eine gute Möglichkeit, um zu punkten, verstreichen lassen und verliert 1:2. Nach einem eigentlich guten Start verlieren die Oberaargauer vor allem im zweiten Drittel die Intensität, ehe im Schlussdrittel der Ein-Tore-Rückstand nicht mehr gedreht werden kann.
18 Sekunden blieben auf der Uhr im zweiten Abschnitt und eigentlich schien es bis dahin, dass der SC Langenthal in Thun ein wahrlich schlechtes Drittel ohne Gegentor überstehen könnte. Das war vor allem auch Colin Stauffacher zu verdanken, der mehrmals in äusserst prekären Situationen mit blitzschnellen Reaktionen die Scheibe gerade noch so abwehrte. Seine Vorderleute liessen ihn nämlich nicht unbedingt im Stich, sorgten aber mit Ungenauigkeiten immer wieder für Scheibenverluste, sodass es hin und wieder sogar schwer wurde, das eigene Drittel zu verlassen. «Wir haben in diesem Drittel die Intensität verloren und zu wenig gradlinig gespielt. Durch unser ständiges Hin und Her wurden wir fehleranfällig», begründete Nik Holstein. Und dadurch trat zuletzt dann eben doch ein, was schon länger überfällig war. Von hinter dem Tor spielte Darren Boss die Scheibe vors Tor, dort stand Yannick Gugelmann alleine vor dem Tor und schoss zum ungünstigen Zeitpunkt 18 Sekunden vor der Pause doch noch das Führungstor für Thun.
Woran die Schwierigkeiten im zweiten Abschnitt lagen, war nur schwer zu erklären. Noch im ersten Drittel war Thun eher blass und der SCL übte daher die Spielkontrolle aus. Verdientermassen gingen die Oberaargauer so auch in Führung: In Überzahl erzielte Patrick Bandiera (4.) mit einem punktgenauen Schuss das 1:0 für die Oberaargauer und ebnete damit den Weg für einen positiven Start. Hätten die Oberaargauer nicht einen defensiven Fehler verursacht, in welcher der Zugriff zu dritt gegen einen Thuner scheiterte und ebenfalls Gugelmann (7.) für den Ausgleich sorgte, hätte im ersten Drittel vieles für die Oberaargauer gepasst. Weil sich aber das dezente Chancenplus nicht auf das Skore auswirkte, war es dann überhaupt möglich, diesem ärgerlichen Mitteldrittel entgegenzugehen.
Restausschluss, als die Partie hätte kippen können
Mit dem Zwischenstand von nur 1:2 vor dem Start ins Schlussdrittel konnten die Oberaargauer aber irgendwie auch noch gut leben, weiterhin war für Gelb-Blau im Oberland alles möglich. Und tatsächlich schien es, als kämen die Gäste stetig etwas besser ins Spiel, sechs Minuten vor Schluss gelang es sogar sich während mehreren Sekunden im gegnerischen Drittel festzusetzen. Statt in dieser Situation aber Chancen zu kreieren oder immerhin eine Strafe zu erspielen, wurde schliesslich Hassan Krayem wegen einem Foul abseits des Spielgeschehens unter die Dusche geschickt, sodass der SCL in den letzten fünf Minuten in Unterzahl antreten musste.
Das Team von Serge Meyer lehnte sich zwar auch in dieser Phase gegen die Niederlage auf, für eine Wende war es mittlerweile aber zu spät. «Wir haben eine gute Chance verspielt, um zu punkten», kommentierte deshalb auch Nik Holstein, Thun wäre schlagbar gewesen, fand der Verteidiger. Man habe der starken Leistung gegen Bülach nicht anknüpfen können, verriet er weiter, zu wenig habe man sich an den eigenen Plan gehalten, was zur Niederlage führte. Auf einen Schritt nach vorne folgt für den SCL dadurch wieder ein Schritt zurück – und der Kampf um den sechsten Rang bleibt dadurch weiterhin spannend.
Seitenblick – «Franches» bezwingt Bülach
Franches-Montagnes gelingt im Heimspiel gegen Bülach der nächste Erfolg. Zuerst führen die Jurassier 2:0, ehe sie den Ausgleich kassieren. Nach 55 Minuten fanden die Favoriten dank einem Tor von Theo Beglieri zurück auf die Siegesstrasse, letztlich stand es 4:2.
Text und Bild: Leroy Ryser
Telegramm:
EHC Thun – SC Langenthal 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)
Grabengut, Thun. – 648 Zuschauer. – SR: Wiedmer, Mellet/Wüthrich. – Tore: 4. Bandiera (Diezi, H. Krayem/Ausschluss wegen Teamstrafe) 0:1. 7. Gugelmann (Schweingruber) 1:1. 40. (39:42) Gugelmann (Boss, Michellod) 2:1. – Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Thun. 4mal 2 Minuten plus 1x5 Minuten plus Spieldauerstrafe (H. Krayem) gegen Langenthal.
Thun: Graf; Schweingruber, Beusch; Wyss, Minder; Boss, Inniger; Buff; Bärtschi, Rossel, Gyger; Michellod, Gugelmann, Spinell; Gauch, Fiebiger, Jaggi; Häsler, Küffer, Schärz.
Langenthal: Stauffacher; Wyniger, Moser; Thomas, Stöckli; Krähenbühl, Schmied; Holstein; H. Krayem, K. Krayem, Schmid; Bandiera, Kläy, Diezi; Balzer, Mojonnier, Ranov; Lanzt, Meinen, Jobin.
Bemerkungen: Langenthal ohne Büttikofer (überzählig), Tassinari, Käser (beide Junioren), Liechti, Naber, Perrenoud und Girardin (alle verletzt). 9. Lattenschuss Jobin. 15. Bandiera fällt verletzt aus. 28. Time-Out Langenthal. 59:01-59:15, 59:21-59:29 und 59:45-60:00 Langenthal ohne Torhüter Stauffacher zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.