- Matchbericht
In den Schlüsselmomenten zu wenig clever
Der SC Langenthal gibt gegen Huttwil im Mitteldrittel das Spiel aus der Hand und muss mit einem 3:5 die dritte Niederlage im vierten Spiel hinnehmen. Dabei hätte der SCL im zweiten Drittel zwischenzeitlich sogar noch 2:1 geführt.
In Huttwil hat am 26. November, just am Tag des Spiels zwischen Huttwil und Langenthal, der Weihnachtsmarkt gestartet. Und obwohl die Langenthaler Stärne Wiehnacht erst in zwei Wochen beginnt, waren die Oberaargauer ausgerechnet auf dem Eis in Weihnachtsstimmung. Fleissig verteilte Gelb-Blau nämlich Geschenke und der Gastgeber nahm die dankend an. So ging Huttwil im ersten Abschnitt mehrmals mit einer Überzahl auf das SCL-Tor zu, einer der sogenannten «Break-aways» nutzten die Gastgeber dann auch zum 1:0. Und als dann im zweiten Abschnitt eigentlich die Partie gedreht hatte, wurde es irgendwie noch schlimmer. Zuerst konnte der SCL in Unterzahl eigentlich mit Scheibenbesitz viel Zeit von der Uhr nehmen, bevor Finn Naber in der Spielfeldmitte unnötig die Scheibe verlor und damit den Konter zum 2:2 einleitete. Später dann kassierten die Oberaargauer sogar noch in Überzahl (!) das 3:2 und als dann ein komisches Gerangel auch noch Strafen absetzte, führte ein wahrscheinlich nicht so geplanter Abschluss mit dem Fuss von Fabian Haldimann auch noch zum 4:2.
Bandiera nimmt Mass
Umso ärgerlicher: Das Meiste passierte, nachdem die Oberaargauer im zweiten Abschnitt eigentlich gut gestartet waren, und zurecht Ambitionen auf Punktgewinne in Huttwil anmeldeten. Nachdem Hassan Krayem in Überzahl kurz nach einem Bully freistehend (12.) auf 1:1 stellte, traf Patrick Bandiera zum 2:1 nach nicht ganz 22 Minuten. Der SCL-Stürmer schoss aus spitzem Winkel in eine Lücke, die Keeper Siro Wyss offen liess, wahrscheinlich aber nur er selbst erkannt hatte. Und als die Oberaargauer führten, schien es, als könnten sie sogar das Spieldiktat übernehmen und kreierten so immerhin in dieser Phase auch die besseren Chancen. Stefan Diezi ging zwischenzeitlich (29.) auch noch alleine aufs Tor zu, scheiterte aber mit einem Schuss ganz knapp neben das Tor. «Das ist frustrierend», sagte auch David Moser nach der Partie, «vor allem auch, weil man hier hätte Punkte gewinnen können.» Die Gründe seien indes offensichtlich, so der Verteidiger weiter: «Es liegt an der Disziplin. Und auch am Respekt. Am Respekt gegenüber dem Gegner, gegenüber unseren Torhütern und auch gegenüber dem Wappen, das wir tragen.» Eine Korrektur sei längst angezeigt, «es wird langsam Zyt», erklärte Moser frustriert, für die Partie gegen Huttwil könne man aber einfach zusammenfassen, dass der SCL «in den Schlüsselmomenten zu wenig clever» war.
Ein kurzer Hoffnungsschimmer
Mit dem Zwischenstand von 4:2 hatte Huttwil im Schlussdrittel dann alle Vorteile auf der eigenen Seite. Die Mannschaft, die insbesondere im Umschaltspiel Stärken besitzt, konnte etwas verstärkt abwartend agieren und verliess sich beim Kreieren von Chancen somit noch stärker auf die eigene Schnelligkeit. Nach 48 Minuten sorgte Janick Liechti aber für einen Hoffnungsschimmer, als er auf der Grundlinie des gegnerischen Tores sehr schnell agierte und die Scheibe zum 3:4 ins Tor lupfte. Lange hatte diese Hoffnung aber nicht Bestand, denn einmal mehr nutzten die Huttwiler die sich gebenden Situationen gekonnt aus. Silvano Maurer stibitzte im SCL-Verteidigungsdrittel die Scheibe und schoss die Scheibe schnörkellos zum entscheidenden 5:3 ins Tor. Und davon gab es dann endgültig keine Rückkehr-Möglichkeit mehr – obwohl die Oberaargauer zuletzt auch noch auf Torhüter Louis Kurt verzichteten und die Partie zu sechst abschlossen.
Seitenblick – Seewen mit Stängeli
Im Oberthurgau gab es mächtig viele Tore zu bestaunen: Gegen die Pikes gewann Seewen gleich mit 10:1. Dabei waren die Tore schön verteilt: Einerseits in den Dritteln, andererseits unter den Torschützen.
Text und Bild: Leroy Ryser
Telegramm:
Hockey Huttwil – SC Langenthal 5:3 (1:1, 3:1, 1:1)
Campus Perspektiven, Huttwil. – 703 Zuschauer. – SR: Clément, Mengual/Escher. – Tore: 6. Lanz (Maurer) 1:0. 12. H. Krayem (Ausschluss Bieri) 1:1. 22. Bandiera 1:2. 27. R. Nyffeler (Ausschluss wegen Team-Strafe) 2:2. 32. Weber (Ausschluss R. Nyffeler!) 3:2. 34. Haldimann (Braus/Ausschluss Stöckli) 4:2. 48. Liechti (Jakob) 4:3. 52. Maurer 5:3. – Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Huttwil. 8mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Huttwil: Wyss; Schwab, Vouardoux; Bieri, Gurtner; Minder, Aebi; Stillhardt, Schwegler; Braus, Bieri, Haldimann; Struchen, Hess, R. Nyffeler; Maurer, Kilchenmann, T. Nyffeler; Weber, Zryd, Lanz.
Langenthal: Kurt; Thomas, Wyniger; Krähenbühl, Moser; Grossenbacher, Stöckli; Käser; Mojonnier, Jakob, Liechti; Schmid, Balzer, Naber; Bandiera, Schaub, Jobin; H. Krayem; K. Krayem, Diezi.
Bemerkungen: Langenthal ohne Schmied (überzählig), Perrenoud (gesperrt), Kläy, Ranov, Bütikofer, Meinen, Holstein und Girardin (alle verletzt). 52. Time-Out Huttwil. 58. Time-Out Langenthal. 57:35-60:00 Langenthal ohne Kurt zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.
Highlights vs. Hockey Huttwil
26.11.2025