- Matchbericht
3:0 – SCL lässt Favoriten keine Chance
Man kann es kaum glauben, wenn man nicht selbst dabei war, aber: der SC Langenthal bezwingt den Favoriten im Viertelfinal mit 3:0-Siegen. Das letzte Spiel (5:3) war zwei Drittel lang hart umkämpft, im letzten und entscheidenden Abschnitt hatte der SC Langenthal seinen Gegner höchst souverän in die Ferien begleitet.
Einmal mehr war es Langenthals Hassan Krayem, der dem SC Langenthal den Weg wies. Nach 25 Minuten schien es, als käme der SC Langenthal gerade nicht so richtig in Fahrt, irgendwie fand die Mannschaft den Tritt nicht. Langenthals Topscorer aber schon. Über die linke Seite marschierte er mit einem unwiderstehlichen Tempo durch, umkurvte die Abwehr von Franches-Montagnes und umspielte auch noch Torhüter Noah Paixao. Der Flügelstürmer erzielte in diesem Moment das wichtige 2:2 und leitete so die Wende ein. Keine anderthalb Minuten später doppelte Florin Meinen schon nach. Nachdem Janis Schmid ein Schuss misslang, sprang die Scheibe via Bande auf der anderen Seite dem SCL-Eigengewächs vor die Füsse, das mühelos verwandeln konnte. Und damit nicht genug: Nachdem eine Situation vor dem jurassischen Tor für Verwirrung sorgte, kam Janick Liechti plötzlich an den Puck, welchen er schnörkellos ins Netz drosch und das 4:2 bejubelte. Gespielt waren in diesem Moment nicht ganz 32 Minuten.
Burri-Weitschuss als Reaktion auf Fussball-Tor
Das Duell war zuvor und auch danach hart umkämpft – und auch deshalb wagte man es lange nicht, von der Halbfinalqualifikation zu sprechen. Bereits im ersten Drittel lag Langenthal zwar durch einen Treffer von Janis Schmid in Führung (6.), musste aber vier Minuten später den Ausgleich hinnehmen und geriet dann kurz nach dem Beginn in den zweiten Abschnitt eben ins Hintertreffen. Als Franches-Montagnes im zweiten Drittel aber auf den Rückstand reagierte, und durch ein Tor von Arnaud Schnegg verkürzte (37.), auf welches jeder Fussballer stolz gewesen wäre, hatte der SCL seine Antwort aber ebenso bereit. In Überzahl schoss David Burri mit einem Weitschuss 10 Sekunden vor der zweiten Pause das 5:3.
Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung machte der SCL, was er schon die ganze Serie tat. Er trat souverän auf, liess nur wenig Möglichkeiten zu und begleitete dadurch seinen Gegner quasi in die Ferien. Einmal mehr einer der Hauptgründe fand sich indes im eigenen Tor: Der Vergleich mit den gegnerischen Torhütern hatte Colin Stauffacher eindeutig dominiert. «Ich denke die Mannschaft hat mir unglaublich gut geholfen. Wir wollten – und haben alles reingeworfen, das wir hatten. In jedem Spiel», kommentierte der SCL-Keeper selbst. Darauf angesprochen, dass man den grossen Favoriten mit einer weissen Weste aus den Playoffs schoss, musste Stauffacher lachen. «Ja, der SCL ist eben eine Playoff-Mannschaft», erklärte er mit Freude und verwies damit auch auf das letzte Jahr, als Langenthal bereits Martigny im Viertelfinal bezwang.
Während Franches-Montagnes nun die Wunden lecken und sich ausruhen darf, ist dem SCL ähnliches für kürzere Zeit vergönnt. Und das wird dem eigentlich von Verletzungen gebeutelten Kader gut tun. Am kommenden Samstag werden die Oberaargauer dann auswärts auf Seewen treffen, wofür man hoffen darf, dass der eine oder andere Spieler von seiner Verletzung zurückkehren wird. Bis dahin dürfen die SCL-Spieler aber zurecht auch ein bisschen feiern. Wer nämlich als Siebtplatzierter den Zweitplatzierten ohne Niederlage aus den Playoffs wirft, der hat das zweifellos verdient.
Seitenblick – Seewen und Thun weiter
Neben dem SC Langenthal gelingt auch dem Qualifikationssieger EHC Seewen und dem EHC Thun ein 3:0-Serienerfolg. Die beiden letzten Spiele enden beide deutlich: Seewen gewinnt 8:1 gegen Wetzikon, Thun 6:2 gegen Dübendorf. Einzig Huttwil – 2:1 in Führung – wird am Samstag in Frauenfeld antreten müssen.
Text und Bild: Leroy Ryser
Telegramm:
HC Franches-Montagnes – SC Langenthal 3:5 (1:1, 2:4, 0:0)
Centre de loisirs, Saignelégier. – 740 Zuschauer. – SR: Clément/Houlmann, Auderset/Oberson. – Tore: 6. Schmid (Kläy) 0:1. 10. Bouchareb (Schnegg, T. Girardin) 1:1. 22. Sejejs 2:1. 25. H. Krayem 2:2. 26. Meinen (Burri, Thomas) 2:3. 32. Liechti (Burri, Kläy) 2:4. 37. Schnegg (T. Girardin) 3:4. 40. (39:50) Burri (H. Krayem, Diezi) 3:5. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Franches-Montagnes. 4mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Franches-Montagnes: Paixao (ab 32. Cervino); Devesevre, Helfer; Taillard, Voirol; Boukamel, L. Girardin; M. Wälti, Beuret; T. Girardin, Schnegg, Bouchareb; Brahier, Maillard, Ren; Sejejs, Nappiot, Roberts; Masini, Beglieri, Froidevaux.
Langenthal: Stauffacher; Thomas, Burri; Krähenbühl, Holstein; Moser, Stöckli; H. Krayem, K. Krayem, Büttikofer; Wehrli, Kläy, Diezi; Schmid, Meinen, Liechti; Naber, Ranov.
Bemerkungen: Langenthal ohne Käser, Schmied, Tassinari (alle Junioren/überzählig), Balzer, Wyniger, Mojonnier, Perrenoud, Jobin, Bandiera und Girardin (alle verletzt). 5. Lattenschuss H. Krayem. 58. Time-Out Franches-Montagnes. 57:45-58:54 Franches-Montagnes ohne Torhüter Cervino zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.